Herzenstour 2021 für die Initiative Eltern
krebskranker Kinder e.V. in Minden



Spendenübergabe


Im Oktober 2021 fuhren wir noch einmal ins Klinikum, um die Initiative Eltern krebskranker Kinder in Minden zu besuchen und die Spenden der Herzenstour 2021 zu übergeben. Eva Prasuhn und Claudia Bahl freuten sich gemeinsam mit Prof. Dr. Erdlenbruch über 10.000 Euro Spendensumme.

Wir als Team waren sehr begeistert, dass wir es wieder geschafft haben mehr Spendengelder als im Vorjahr zu generieren.


Startpunkt Cuxhaven


Linda und Philipp sind heute morgen gegen 9 Uhr mit dem Zug in Elsterwerda gestartet. Philipp hat gestern zufällig auf der Fahrkarte entdeckt, dass für die geplante Verbindung des IC nach Berlin keine Fahrradstellplätze reserviert wurden. Das ist in einem IC aber Pflicht. Leider hat hier aber der Buchungsvorgang der Deutschen Bahn versagt. Wir hatten uns dann entschieden einen Zug frührer zu fahren, was sich später als Glück erwiesen hatte. Denn wenn wir, wie ursprünglich geplant mit dem IC nach Berlin gefahren wären, hätten wir unseren Anschluss nach Hamburg verpasst. Uwe hatte eine ähnliche holprige Anreise. Da bei ihm aufgrund einer technischen Störung ein Umstiegsenthalt entfiel, ist er spontan 30 Minuten früher von einem anderen Bahnhof abgefahren und war somit sogar vor uns in Cuxhaven. Gegen 16 Uhr haben wir uns dann nach einem Tag der Bahnreise am Bahnhof getroffen. "Wiedervereinigung" zwischen Ost und West hat Uwe das genannt. Endlich war das Herzenstour-Team wieder vereint. 


Nachdem wir in Cuxhaven angekommen sind, haben wir eine kleine Tour an der See entlang unternommen. Natürlich durfte auch ein kurzer Besuch der Kugelbake nicht fehlen. Im Anschluss haben wir unsere Sachen erst einmal in unser Hotel gebracht. 

Wir möchten uns hier noch einmal bei der Stadtverwaltung Cuxhaven und beim Hotel "Pura Vida" für die Unterstützung unseres Projektes bedanken. Hier wurden wir freundlich begrüßt und haben gleich mal eine Sporteinheit eingelegt.


Heute Abend sind wir noch im schönen Restaurant "Leuchtfeuer" eingeladen. Auch hier ganz herzlichen Dank an Marco, der im Vorfeld für unsere Verpflegung sorgt. Wir können euch versichern: Im Team vom Leuchtfeuer in Duhnen seid ihr bestens aufgehoben. 


Wir freuen uns, dass der Auftakt so gut gelungen ist. Nun heißt es noch den Abend ausklingen lassen. Morgen warten 55 Kilometer auf der ersten Etappe, die es zu bewältigen gilt. Unser Ziel ist Bremerhaven. 




Etappe 1- 52,8 Kilometer - Kampf gegen den Wind
Cuxhaven nach Bremerhaven



Nach einem gemütlichen Frühstück in unserem Hotel sind wir motiviert aufgebrochen, um den Weserradweg in den Angriff zu nehmen. So haben wir eine kleine Ausnahmegenehmigung bekommen und durften unsere Räder für ein Foto auf den Weg zur Kugelbake mitnehmen. 

 

Nach den ersten 10-15 Kilometern wurde es immer stiller im Team. Das hatte natürlich seinen Grund. Wir haben uns nicht gestritten, sondern gemeinschaftlich gegen den starken Gegenwind gekämpft. Wir konnten kaum schneller als 15 km/h fahren. Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit immer mal einen Blick über den Deich zu werfen. 

 

Nach der Halbzeit haben wir uns mit einem Stück Kuchen und einem Heißgetränk gestärkt. Diese Pause tat auch wirklich gut, um wieder Kräfte zu sammeln. In der zweiten Halbzeit fiel die Etappe aber deutlich entspannter aus, denn wir haben langsam unsere Richtung geändert und hatten somit weniger Gegenwind - Eine gute Gelegenheit, um wieder Kilometer zu sammeln. 

 

So dauerte es dann gar nicht mehr lange und wir waren in Bremerhaven. Dort angekommen haben wir den großen Hafen bewundert. Von Landmaschinen, Autos, Traktoren oder Bussen. Wir konnten uns nicht satt sehen - wirklich interessant. Außerdem haben wir das Kreuzfahrtschiff "Amadea" gesehen. Kennt ihr es? Es ist das Schiff, auf dem Florian Silbereisen sein "Traumschiff" spielt. FunFact: Diese Erkenntnis kam direkt von Uwe. 

 

Als wir in unserem Hotel angekommen sind, staunten wir nicht schlecht. Wir hatten gerade unser Gepäck hinein gebracht. Dann schauten wir aus dem Fenster und es regnete in Strömen. Wenn das kein Timing war... 

 

Zurzeit sind die maritimen Tage im Ort. Wir werden uns heute noch ein wenig umschauen und den Nachmittag ausklingen lassen. Zu lange wird es heute auch nicht dauern, denn morgen steht uns mit über 80 Kilometern die längste Etappe bevor. 


Etappe 2 -  87,3 Kilometer von Bremerhaven nach Bremen

Unser heutiger Morgen startete mit Regen, weshalb wir auf der Weserfähre in Bremerhaven die entsprechend wetterfeste Kleidung aus den Gepäcktaschen geholt haben. Als wir auf der anderen Seite der Weser angekommen waren, hatte sich das Wetter aber zu unserem Guten gewendet und wir konnten die Sachen wieder verstauen. 

 

Da wir heute so guten Rückenwind hatten waren wir sehr motiviert in die Pedalen zu treten, denn uns war bewusst, dass wir heute eine hohe Kilometerzahl schaffen mussten. Bremerhaven und Bremen klingt so, als wäre es nebeneinander, aber das ist leider nicht der Fall. In Rodenkirchen kamen wir kurz mit einer älteren Dame ins Gespräch und sie erzählte beiläufig, dass der Ort eine sehr schöne Kirche habe. Linda und Uwe schauten gleichzeitig zu Philipp und schüttelten sofort mit dem Kopf. Im Ort war um diese Zeit aber ohnehin Konfirmation, sodass wir gar nicht in das Gebäude gekonnt hätten. Aber ihr kennt ja unseren Philipp - er hatte längst eine Orgel organisiert. Etwas heimlich und spontan, aber er hat es geschafft. Später mehr dazu...

 

In einem kleinen Hafen kamen wir gerade rechtzeitig, um die Brücke der Schleuse zu überqueren. Hier fahren Schiffe auf die Weser und von der Weser. Wir waren wieder sehr beeindruckt, welche technischen Möglichkeiten geschaffen wurden, um Schiff- und Fußgänger-/Radverkehr harmonisieren zu lassen. Zuerst fährt das Geländer der Brücke hinunter und dann fährt die Brücke zurück. Wir haben für euch mal ein Foto gemacht, wenn die Brücke zur Hälfte ausgefahren ist. Und natürlich durften auch die Schafe wieder nicht fehlen :-)

 

Aufgrund der sehr guten Wettersituation sind wir 63,6 Kilometer ohne Pause gefahren. Davon waren wir selbst etwas überrascht, da das mehr als unsere gestrige Etappe war. Nach einer kleinen Stärkung sind wir dann weiter Richtung Bremen gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir eine kleine Entenfamilie getroffen. Die vielen Eindrücke, die uns die Natur hinterlässt, machen unsere Herzenstour jedes Jahr auf's Neue zu einem besonderen Erlebnis. 

 

Da die Sonne es gut mit uns meinte wurden die letzten Kilometer immer anstrengender. Aber die Innenstadt von Bremen kam immer näher und so konnten wir gegen 16 Uhr in unser Hotel einchecken, in dem wir wieder sehr freundlich begrüßt wurden. Da wir 16.30 Uhr einen Termin zum Orgelspielen in der St. Johann-Kirche hatten (den Philipp ja heimlich gemacht hat) blieb uns nicht viel Zeit. Nach einer kurzen Erfrischung ging es direkt wieder auf die Räder und zur Kirche. An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank an die Kantorin Mona Rozdestvenskyte, die uns das möglich gemacht hat. Wir haben die Chance gleich genutzt, um nochmal für das morgige Domkonzert in Verden zu üben. Wir hatten auch wenige Zuschauer, die uns ein positives Feedback gegeben haben.


Etappe 3 -  Nass, nass und nochmal nass...46,4

Kilometer von Bremerhaven in die Reiterstadt Verden


Als wir heute Morgen aus dem Fenster schauten, ahnten wir schon, dass es das Wetter heute nicht gut mit uns meinen würde. Wir musste unsere gesamte Etappe im Regen fahren. Zunächst hatten wir die stille Hoffnung, dass es nicht so schlimm werden würde, aber letztendlich hätten wir eine Stunde warten müssen, damit der Regen weniger wurde. Aber wir sind ja starke Kämpfer und da es kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung gibt haben wir unsere Regensachen übergezogen. Mit denen fällt man im Straßenverkehr jedenfalls sehr gut auf. Aber wir geben zu: Radfahren mit Sonne macht natürlich mehr Spaß. Andererseits hat man den Radweg so aber für sich, wenn man positiv darüber nachdenkt. 

 

Als wir völlig durchnässt in der Reiterstadt Verden angekommen sind, haben wir uns schon sehr auf unsere heiße Dusche gefreut, Unsere Sachen wurden im Hotel getrocknet, dafür sind wir wirklich sehr dankbar. 

 

Da wir schon mittags in Verden waren, haben wir uns heute etwas Mittagschlaf gegönnt - das tat wirklich gut. Am Nachmiitag waren wir dann noch einen Kaffee und eine heiße Schokolade trinken. Philipp ist 16.30 Uhr schon mal in den Dom gegangen, da er sich in Ruhe mit der Orgel auseinandersetzen wollte. Um 18 Uhr war heute unser Benefizkonzert im Dom zu Verden. Die Leute waren von Lindas sehr emotionaler Rede wieder zu Tränen gerührt. 

 

Morgen warten ungefähr 60 Kilometer nach Nienburg auf uns. Hoffen wir mal, dass das Wetter morgen besser mitspielt. 

 

Wir freuen uns, dass wir nun wieder im Trockenen sitzen und es gemütlich haben.


Etappe 4 -  Panne, Wind und Regen und trotzdem 54,7 Kilometer - welch ein Segen

Verden nach Nienburg


Unser heutiger Tag startete ziemlich holprig. Wir hatten die Reiterstadt Verden gerade verlassen als plötzlich ein dumpfes, klirrendes Geräusch erklang. Der Schrecken eines jeden Radfahrers ist eingetreten - Die Kette von Uwe seinem E-Bike ist gerissen. Wir wussten aber, dass in der Nähe von unserem Hotel ein Fahrradladen war. Dort angekommen wurden wir mit dem Schild "Urlaub bis 23.08.2021 konfrontiert." Ein Passant bekam unsere Not mit und erzählte uns von einem weiteren Fahrradladen. Dort hatten wir dann Erfolg und das E-Bike konnte innerhalb von ca. 45 Minuten repariert werden. Nun hatten wir ein wenig Termindruck, da wir 15 Uhr mit dem Landrat vom Landkreis Nienburg verabredet waren. Wir haben telefonisch Bescheid gegeben, dass wir eventuell später kommen werden. Denn die Panne war nicht unser einziges Problem, wir hatten einen großen Teil der Strecke wieder mit starken Gegenwind zu kämpfen. Aufgrund der zeitlichen Knappheit haben wir unsere Strecke umgeplant und somit einige Kilometer und Zeit gespart. 

 

In Drakenburg haben wir uns die Schiffschleuse angesehen und in Hoya die Zeit für eine Pause genommen. Kleine Dinge wie Getränkeversorgung dürfen auf so einer Radreise ja nicht zu kurz kommen. Auf dem Weg haben wir auch den myteriösen Ort Fledermausland gesichtet :-)

 

Auf den letzten Kilometern war auch unser treuer Freund, der Regen, wieder mit am Start. Aber es war nicht so schlimm wie gestern. Trotz aller Schwierigkeiten waren wir mit einer Verspätung von 15 Minuten in Nienburg und haben uns mit dem Landrat, Herrn Kohlmeier und dem Pressesprecher des Landkreises, Herrn Duensing getroffen. Wir kamen ins Gespräch über unser Herzenstourprojekt und den Fahrradtourismus in der Stadt Nienburg. Am weiteren Nachmittag haben wir uns wieder etwas Zeit für Ruhe genommen. 

 

Den Abend haben wir dann in einer gemütlichen Bar ausklingen lassen. 

Morgen heißt es wieder mehr als 60 Kilometer radeln. Aber wir freuen uns, denn Uwe hat morgen Heimspiel. Wenn ihr aus Schnathorst oder Umgebung seid, solltet ihr also unbedingt 18.30 Uhr zum Konzert in die Kirche kommen. Es lohnt sich. Wir freuen uns auf euch.


Etappe 5 - 64,3 Kilometer von Nienburg nach Minden über Schnathorst - endlich trocken am Ziel...



Der heutige Tag stand unter einem besseren Stern. Wir mussten zwar wieder mit dem Gegenwind kämpfen, aber es hat zumindest nicht so doll geregnet wie die anderen Tage. Und der Tag verlief pannenfrei. So konnten wir heute wirklich entspannt mit dem Fahrrad fahren. 

 

Wir haben heute auch kurz eine Tour nach Rußland gemacht. Dieser kleine Ort gehört zu Petershagen, was es aber genau damit auf sich hat, haben wir nicht genau herausgefunden. 

 

In Buchholz haben wir eine Pause an der Weser eingelegt. In dem Ort gab es auch eine Kirche. Philipp sollte mal vorfahren und schauen, ob diese auch offen ist. Als Linda und Uwe sich der Kirche näherten hörten sie schon die Klänge der Orgel. Philipp hatte sich den Zugang zur Empore beschafft und zufällig stecke der Schlüssel zur Orgel - Und was macht so ein Organist dann? Natürlich probieren, wie das Instrument so klingt. Linda und Uwe wundern sich mittlerweile nicht mehr über Aktionen dieser Art.

 

Gegen 14.30 Uhr haben wir die Stadt Minden erreicht und ein schönes Foto vor der Schleuse gemacht. Das teilen wir natürlich mit euch. Nach einer weiteren, kurzen Pause ging es weiter in Richtung Porta Westfalica. Man konnte vom Radweg aus das berühmte Denkmal vom Ort erkennen. Glücklicherweise wurde der Radweg immer besser, sodass wir zum Schluss nochmal gut Kilometer gespult haben. Gegen 15 Uhr haben wir uns dann vor dem Klinikum in Minden mit Frau Bahl und Frau Wolf von der Initiative Eltern krebskranker Kinder getroffen. Wir wurden herzlich mit einem kleinen Buffet empfangen. Wir kamen ins Gespräch über die Arbeit des Vereins und wie wichtig, die Erhaltung des Eltern-Kind-Kontaktes während des Klinikaufenthaltes ist. Die Kinderkrebsstation ist die einzige Station im Klinikum, die mit einem Balkon ausgestattet ist, damit die Kinder auch mal an die frische Luft können. Dafür wurde sich beim Bau des Klinikums besonders starkt gemacht. Wir können nur bestätigen, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins mit vollem Herzblut für ihre Arbeit engagieren. Somit können wir sichergehen, dass jede Spende in diesem Projekt zu einhundert Prozent in guten Händen ist. Wir hätten noch Stunden weiter reden können, aber der nächste Termin stand an. 

 

Uwe's Frau hatte uns abgeholt, da wir für ein Benefizkonzert in Schnathorst einen Abstecher gemacht haben. Denn der Ort ist die Heimat von ihm und es war sein großer Wunsch, dass wir auch hier in "seiner" Kirche ein Konzert gestalten. Natürlich haben wir diesen Wunsch umgesetzt. Nach dem Kaffeetrinken bei der Familie ging es zur Kirche und Philipp hatte sich sofort in die Orgel verliebt. Eine relativ kleine Orgel mit über 1000 Speichermöglichkeiten für die Registerzüge. Das spart dem Organisten sehr viel Arbeit, wenn man viel registrieren muss, da man mit einem Knopfdruck seine bevorzugten Register wählen kann. Am liebsten hätte er die Orgel abgebaut und mit nach Hause genommen. Das Konzert in Schnathorst war insgesamt ein voller Erfolg. Die Harmonie der Stimmen von Uwe und Philipp wurde wieder bestätigt und Lindas Rede sorgte wieder für Berührung der Herzen und tränende Augen. Auch die Vorstellung des Mutperlenprojektes weckte jede Menge Neugier bei den Gästen. 

 

Wir freuen uns, dass wir an diesem Tag so viele schöne Dinge erlebt haben. Und wir sagen es nochmal: Der Verein in Minden ist jeden einzelnen Tag, den wir gegen den Wind oder den Regen kämpfen wert. Heute Nacht schlafen wir bei Uwe und morgen steht dann eine Etappe in die Rattenfängerstadt Hameln an. Da heißt es dann 70 Kilometer für den guten Zweck. 

 


Etappe 6 - 75,4 km mit super Tempo von Schnathorst nach Hameln...



Nach einem leckeren Frühstück in Schnathorst sind wir wieder aufgebrochen, um unsere heutige Etappe anzutreten. Das hat heute gleich viel mehr Spaß gemacht, da wir etwas Rückenwind hatten und viel bergab fahren konnten. Zwar haben wir wieder nicht viel von der Sonne gesehen und es musste wieder die Regenkleidung ausgepackt werden, aber wir sind nicht so nass geworden wie die anderen Tage. Bis nach Bad Oeynhausen sind wir den Radweg entlang der Werre gefahren. Eine sehr schöne und idyllische Gegend. Die Werre fließt in die Weser.


In Bad Oeynhausen haben wir uns das Gradierwerk angeschaut. Das ist eine ursprüngliche Anlage zur Salzgewinnung. Durch die Verdunstung und das Heruntertropfen des salzhaltigen Wassers an den Schwarzdornbüscheln erhöht sich der Salzgehalt der Sole. Eine spannende Technik. In diesem Park kann man die wohltuenden Soleaerosole inhalieren. 

 

Nachdem wir mehr als die Hälfte geschafft haben, wurde eine Pause in der schönen Stadt Rinteln eingelegt. Dort haben wir uns mit einer Currywurst gestärkt. Außerdem haben wir uns die Altstadt angeschaut. 

 

Aufgrund des guten Windes waren wir wirklich flott unterwegs und haben schon gegen 15 Uhr die Rattenfängerstadt Hameln erreicht.

Warum Rattenfängerstadt? Diese Sage möchten wir euch gern erzählen: 

 

"Der Sage nach ließ sich im Jahre 1284 zu Hameln ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte ein Obergewand aus vielfarbigem, buntem Tuch an und gab sich für einen Rattenfänger aus, indem er versprach, gegen ein gewisses Geld die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Hameln litt zu dieser Zeit unter einer großen Rattenplage, derer die Stadt selbst nicht Herr wurde, weshalb sie das Angebot des Fremden begrüßte. 

Die Bürger sagten ihm seinen Lohn zu, und der Rattenfänger zog seine Pfeife heraus und pfiff eine Melodie. Da kamen die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Als er nun meinte, es wäre keine zurückgeblieben, ging er aus der Stadt hinaus in die Weser; der ganze Haufen folgte ihm nach, stürzte ins Wasser und ertrank. Als aber die Bürger sich von ihrer Plage befreit sahen, bereuten sie das Versprechen und sie verweigerten dem Mann den Lohn, so dass er zornig und erbittert wegging. 

Am 26. Juni kehrte er jedoch zurück in Gestalt eines Jägers, mit schrecklichem Angesicht, einem roten, wunderlichen Hut und ließ, während alle Welt in der Kirche versammelt war, seine Pfeife abermals in den Gassen ertönen. Alsbald kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse, sondern Kinder, Knaben und Mägdlein vom vierten Jahre an, in großer Anzahl gelaufen. Diese führte er, immer spielend, zum Ostertore hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand. Nur zwei Kinder kehrten zurück, weil sie sich verspätet hatten; von ihnen war aber das eine blind, so dass es den Ort nicht zeigen konnte, das andere stumm, so dass es nicht erzählen konnte. Ein Knäblein war umgekehrt, um sein Obergewand zu holen, und so dem Unglück entgangen. Einige sagten, die Kinder seien in eine Höhle geführt worden und in Siebenbürgen wieder herausgekommen. Es waren ganze 130 Kinder verschwunden. Man hat sie nie mehr gesehen." 

 

Eine mysteriöse Geschichte... ihr seht, auch auf der Herzenstour lernen wir dazu. 

 

In Hameln haben wir uns noch die schöne Altstadt angeschaut. 

Morgen warten wieder mehr als 70 Kilometer auf uns. Deshalb lassen wir den Abend heute ruhig ausklingen.


Etappe 7 - 71 Kilometer - unter 4 Stunden von Hameln nach Höxter...


Heute Morgen haben wir noch ein Startfoto am Hotel "Zur Börse" in Hameln gemacht und bedanken uns noch einmal für die freundliche Unterstützung unserer diesjährigen Herzenstour. Heute sind wir mit besonders guter Laune gestartet, denn wir hatten das erste Mal gutes Wetter, keinen Regen und wenig Wind. Da macht das Fahrradfahren natürlich gleich viel mehr Spaß. 

 

In Polle haben wir zumindest von Weitem die Burg gesehen. Ein historisches Bauwerk, das im Jahre 1285 erstmalig urkundlich erwähnt wird. 

 

Auf dem Ferienplatz Reileifzen haben wir uns mit einer kleinen Mahlzeit gestärkt und heute wurde unser Getränkevorrat deutlich mehr verbraucht als die anderen Tage. Das lag vermutlich an dem leichten Temperaturanstieg. 

 

Da der Radweg fasst immer parallel zur Weser verlief, waren wir heute wirklich sehr oft am Wasser und diese Idylle war ein wahrer Augenschmaus. 

 

Auch heute haben wir wieder eine neue Sage kennengelernt. Die Sage von Hajen. Wir haben diese extra für euch abfotografiert, damit wir sie mit euch teilen können. Also durchstöbert einfach mal unsere Bilder und ihr werdet sie finden. Wir persönlich finden ja, dass man Katzenfleisch nicht probieren sollte.

 

Ebenso sind wir durch den Ort Bodenwerder gefahren, in dem der berühmte Baron Hieronymus Carl Freiherr von Münchhausen geboren wurde. Es gibt unzählige Geschichten, er band sein Pferd an eine Kirchturmspitze, ritt auf einer Kanonenkugel, zog sich am Schopf aus dem Sumpf und reiste zum Mond. Natürlich waren diese Geschichten alle erfunden, weshalb er auch als "Lügenbaron" bekannt ist.

 

Als wir in Höxter angekommen sind, haben wir uns das Schloss Corvey (seit 2014 UNESCO Weltkulturerbe) angeschaut. Leider hatten wir heute nicht die Zeit, um es intensiver zu besichtigen. Es handelt sich um ein berühmtes Kloster aus dem 9. Jahrhundert mit einem Barockschloss, welches über eine große Bibliothek verfügt.

 

16.30 Uhr haben wir uns mit Herrn Schumacher vom Landkreis Höxter (Kreisdirektor und stellv. Landrat) getroffen und ihm unser Herzenstourprojekt vorgestellt. Um ihm das genauer zu verdeutlichen, hat Linda ihre Mutperlenkette gezeigt. Wir bedanken uns für das angenehme Gespräch und empfehlen euch an dieser Stelle auch mal einen Besuch im Kreis Höxter. Die Menschen, denen wir heute begegnet sind, waren alle sehr gastfreundlich. 

 

Morgen wartet leider schon die letzte Herzenstour-Etappe auf uns, denn wir werden nach Hannoversch-Münden fahren, wo sich die "Quelle" der Weser befindet. Warum man aber nicht wirklich von einer Quelle sprechen kann, berichten wir im morgigen Blog.


Etappe 8 - 76,5 Kilometer im purem Sonnenschein zum Weserstein


Die Gefühle sind heute gemischt. Einerseits sind wir traurig, dass die Herzenstour 2021 ihr Ziel erreicht hat, aber auf der anderen Seite freuen wir uns, dass wir trotz vieler Widerstände (Wind und Regen) stark geblieben sind und heute bei purem Sonnenschein den Weserstein erreicht haben. Wir sind in Höxter gestartet und haben uns heute bewusst viel Zeit gelassen. Das Wetter war ja optimal dafür. 

 

Nach kurzer Zeit haben wir endlich einen geeigneten Sandstrand gefunden, an dem Linda ihren tradtionellen Herzenstourschriftzug verewigen konnte. 

 In Bad Karlshaven haben wir unsere erste Pause eingelegt, da man dort wunderschön auf die Weser blicken sollte. Philipp war, wie sollte es auch anders sein, mit essen beschäftigt. So eine Pause entspannt wirklich, aber wir verraten euch ein Geheimnis: Es ist nach einer entspannten Phase gar nicht so leicht wieder auf das Fahrrad zu steigen.

 

Heute war es Uwe, der Ausschau nach offenen Kirchen gehalten hat. In Lauenförde haben wir auch eine gefunden und Philipp durfte nach Rücksprache mit der Kirchenvorstandsvorsitzenden, Frau Reinken, ganz offiziell an der Orgel spielen. Hier ein kleiner Auszug davon:

 https://youtu.be/a9yU0y61zBQ

 

Wenige Kilometer danach haben wir einen weiteren Zwischenstop eingelegt, denn Uwe und Philipp haben Linda versprochen, dass sie noch irgendwo gemeinsam Softeis essen. Nachdem wir mit der Fähre übergesetzt haben, hat Linda auch schnell einen Softeisstand gefunden, der direkt am Radweg war. Besser konnte es ja nicht laufen und wir drei bestätigen, dass es wirklich sehr lecker war.

 

Heute hatten wir den meisten Anstieg und es galt mehr als 500 Höhenmeter zu überwinden. Das war bei der Hitze gar nicht so leicht, aber wir sind froh, dass wir es geschafft haben. Was Linda und Philipp nicht wussten, war, dass Uwe eine Wasserspritzpistole eingepackt hatte. Diese kam aufgrund des bisherigen, schlechten Wetters nur nicht zum Einsatz. Der Sonnenschein bot sich heute gut dafür an und so hat er uns die Hitze ein klein wenig erträglicher gemacht. Und ja, auch andere Radfahrer wurden mit Wasser attackiert - Wir hatten Spaß daran. 

 

In der Klostermühle Bursfelde konnten wir uns etwas stärken, da der Inhaber unser Projekt unterstützt hat. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür. 

Die Marienkirche Gimte blieb vor einer illegalen Orgelbespielung bewahrt, da der Zugang zur Empore gut abgesichert war. (Sie wissen wohl schon warum ;-)) 

 

Weniger Kilometer später haben wir dann schon den Weserstein in Hannoversch-Münden erreicht. Gestern haben wir euch erzählt, warum man nicht von einer Quelle sprechen kann. Die Flüsse "Werra" und "Fulda" fließen hier zusammen und werden gemeinsam zu einem neuen Fluss, der "Weser". 

Deshalb trägt der Stein auch folgende Aufschrift: 

 

"Wo Werra sich und Fulda küssen. Sie ihre Namen büssen müssen. 

Und hier entsteht durch diesen Kuss, Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss"

Aufschrift Hann. Münden 31. Juli 1899

 

Wir werden uns heute noch in der Stadt umsehen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Leider wohnen wir drei sehr weit voneinander entfernt und so fällt uns der Abschied morgen sicher nicht leicht. Wir wissen noch nicht wann und wo, aber wir wissen, dass wir uns schon auf das nächste Mal freuen.


Es war wieder eine wunderbare Herzenstour. Wir haben viele freundliche Menschen getroffen und auch in diesem Jahr war sie viel zu schnell vorbei. Wobei es ganz gut ist, dass heute die letzte Etappe war, denn Uwe muss dringend sein Hinterrad reparieren. Die Tour hat ihm schon drei Speichen gekostet. Vielen Dank an alle, die unseren Blog verfolgt und unsere Konzerte besucht haben. Es würde uns sehr freuen, wenn ihr einen Kommentar im Gästebuch hinterlegt, wie ihr den Blog empfunden habt und ob ihr euch das auch für die nächste Tour wünscht. Bis bald und alles Gute für euch. Euer Herzenstour-Team

 

Linda & Philipp Zeiler mit Uwe Kirchhoff


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