75,4 km mit super Tempo nach Hameln...

Nach einem leckeren Frühstück in Schnathorst sind wir wieder aufgebrochen, um unsere heutige Etappe anzutreten. Das hat heute gleich viel mehr Spaß gemacht, da wir etwas Rückenwind hatten und viel bergab fahren konnten. Zwar haben wir wieder nicht viel von der Sonne gesehen und es musste wieder die Regenkleidung ausgepackt werden, aber wir sind nicht so nass geworden wie die anderen Tage. Bis nach Bad Oeynhausen sind wir den Radweg entlang der Werre gefahren. Eine sehr schöne und idyllische Gegend. Die Werre fließt in die Weser.


In Bad Oeynhausen haben wir uns das Gradierwerk angeschaut. Das ist eine ursprüngliche Anlage zur Salzgewinnung. Durch die Verdunstung und das Heruntertropfen des salzhaltigen Wassers an den Schwarzdornbüscheln erhöht sich der Salzgehalt der Sole. Eine spannende Technik. In diesem Park kann man die wohltuenden Soleaerosole inhalieren. 

 

Nachdem wir mehr als die Hälfte geschafft haben, wurde eine Pause in der schönen Stadt Rinteln eingelegt. Dort haben wir uns mit einer Currywurst gestärkt. Außerdem haben wir uns die Altstadt angeschaut. 

 

Aufgrund des guten Windes waren wir wirklich flott unterwegs und haben schon gegen 15 Uhr die Rattenfängerstadt Hameln erreicht.

Warum Rattenfängerstadt? Diese Sage möchten wir euch gern erzählen: 

 

"Der Sage nach ließ sich im Jahre 1284 zu Hameln ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte ein Obergewand aus vielfarbigem, buntem Tuch an und gab sich für einen Rattenfänger aus, indem er versprach, gegen ein gewisses Geld die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Hameln litt zu dieser Zeit unter einer großen Rattenplage, derer die Stadt selbst nicht Herr wurde, weshalb sie das Angebot des Fremden begrüßte. 

Die Bürger sagten ihm seinen Lohn zu, und der Rattenfänger zog seine Pfeife heraus und pfiff eine Melodie. Da kamen die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Als er nun meinte, es wäre keine zurückgeblieben, ging er aus der Stadt hinaus in die Weser; der ganze Haufen folgte ihm nach, stürzte ins Wasser und ertrank. Als aber die Bürger sich von ihrer Plage befreit sahen, bereuten sie das Versprechen und sie verweigerten dem Mann den Lohn, so dass er zornig und erbittert wegging. 

Am 26. Juni kehrte er jedoch zurück in Gestalt eines Jägers, mit schrecklichem Angesicht, einem roten, wunderlichen Hut und ließ, während alle Welt in der Kirche versammelt war, seine Pfeife abermals in den Gassen ertönen. Alsbald kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse, sondern Kinder, Knaben und Mägdlein vom vierten Jahre an, in großer Anzahl gelaufen. Diese führte er, immer spielend, zum Ostertore hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand. Nur zwei Kinder kehrten zurück, weil sie sich verspätet hatten; von ihnen war aber das eine blind, so dass es den Ort nicht zeigen konnte, das andere stumm, so dass es nicht erzählen konnte. Ein Knäblein war umgekehrt, um sein Obergewand zu holen, und so dem Unglück entgangen. Einige sagten, die Kinder seien in eine Höhle geführt worden und in Siebenbürgen wieder herausgekommen. Es waren ganze 130 Kinder verschwunden. Man hat sie nie mehr gesehen." 

 

Eine mysteriöse Geschichte... ihr seht, auch auf der Herzenstour lernen wir dazu. 

 

In Hameln haben wir uns noch die schöne Altstadt angeschaut. 

Morgen warten wieder mehr als 70 Kilometer auf uns. Deshalb lassen wir den Abend heute ruhig ausklingen.