87,3 Kilometer - und dann noch Orgel?

Unser heutiger Morgen startete mit Regen, weshalb wir auf der Weserfähre in Bremerhaven die entsprechend wetterfeste Kleidung aus den Gepäcktaschen geholt haben. Als wir auf der anderen Seite der Weser angekommen waren, hatte sich das Wetter aber zu unserem Guten gewendet und wir konnten die Sachen wieder verstauen. 

 

Da wir heute so guten Rückenwind hatten waren wir sehr motiviert in die Pedalen zu treten, denn uns war bewusst, dass wir heute eine hohe Kilometerzahl schaffen mussten. Bremerhaven und Bremen klingt so, als wäre es nebeneinander, aber das ist leider nicht der Fall. In Rodenkirchen kamen wir kurz mit einer älteren Dame ins Gespräch und sie erzählte beiläufig, dass der Ort eine sehr schöne Kirche habe. Linda und Uwe schauten gleichzeitig zu Philipp und schüttelten sofort mit dem Kopf. Im Ort war um diese Zeit aber ohnehin Konfirmation, sodass wir gar nicht in das Gebäude gekonnt hätten. Aber ihr kennt ja unseren Philipp - er hatte längst eine Orgel organisiert. Etwas heimlich und spontan, aber er hat es geschafft. Später mehr dazu...

 

In einem kleinen Hafen kamen wir gerade rechtzeitig, um die Brücke der Schleuse zu überqueren. Hier fahren Schiffe auf die Weser und von der Weser. Wir waren wieder sehr beeindruckt, welche technischen Möglichkeiten geschaffen wurden, um Schiff- und Fußgänger-/Radverkehr harmonisieren zu lassen. Zuerst fährt das Geländer der Brücke hinunter und dann fährt die Brücke zurück. Wir haben für euch mal ein Foto gemacht, wenn die Brücke zur Hälfte ausgefahren ist. Und natürlich durften auch die Schafe wieder nicht fehlen :-)

 

Aufgrund der sehr guten Wettersituation sind wir 63,6 Kilometer ohne Pause gefahren. Davon waren wir selbst etwas überrascht, da das mehr als unsere gestrige Etappe war. Nach einer kleinen Stärkung sind wir dann weiter Richtung Bremen gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir eine kleine Entenfamilie getroffen. Die vielen Eindrücke, die uns die Natur hinterlässt, machen unsere Herzenstour jedes Jahr auf's Neue zu einem besonderen Erlebnis. 

 

Da die Sonne es gut mit uns meinte wurden die letzten Kilometer immer anstrengender. Aber die Innenstadt von Bremen kam immer näher und so konnten wir gegen 16 Uhr in unser Hotel einchecken, in dem wir wieder sehr freundlich begrüßt wurden. Da wir 16.30 Uhr einen Termin zum Orgelspielen in der St. Johann-Kirche hatten (den Philipp ja heimlich gemacht hat) blieb uns nicht viel Zeit. Nach einer kurzen Erfrischung ging es direkt wieder auf die Räder und zur Kirche. An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank an die Kantorin Mona Rozdestvenskyte, die uns das möglich gemacht hat. Wir haben die Chance gleich genutzt, um nochmal für das morgige Domkonzert in Verden zu üben. Wir hatten auch wenige Zuschauer, die uns ein positives Feedback gegeben haben. Zwei Aufnahmen könnt ihr euch auch direkt hier anschauen: (für die Bilder dann einfach weiter nach unten scrollen)